Bilanzen stärken – Kompetenzbündelung und effiziente Systeme
Der unerwartete Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise veränderte von einem auf den anderen Tag die Rahmenbedingungen auf den Weltmärkten und im Finanzsystem. Für das Management von Demag Cranes hieß das, schnell zu handeln und insbesondere die finanzielle Zukunftsfähigkeit des Konzerns zu sichern. Im Finanzbereich laufen dazu die Fäden zusammen. Durch die Etablierung effizienter Berichts- und Controllingsysteme bereits in den Vorperioden konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr diese zielgerichtet und schnell verknüpfen – und damit die Bilanz auch in schwierigem Fahrwasser stärken.
Effizientes Working-Capital- und Cashflow-Management stärkt die Bilanz trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds
Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise mussten viele Lieferanten und Dienstleister im vergangenen wie auch im laufenden Geschäftsjahr bilanzielle Verschlechterungen hinnehmen, insbesondere aufgrund der stark gesunkenen Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau allgemein. Durch nachhaltiges Finanzmanagement und ein frühzeitiges Einstellen des Konzerns auf ein definiertes Krisenszenario gelang es uns, die Bilanz trotz problematischer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter zu stärken. Ein wichtiger Schwerpunkt lag deshalb für den strategischen Einkauf der Demag Cranes AG darin, das Working Capital, insbesondere Lieferungen und Vorräte, im Hinblick auf den Rückgang beim Auftragseingang anzupassen. So haben wir beispielsweise wichtige Kennzahlen wie die Vorräte um knapp 60 Mio. EUR oder Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um rund 50 Mio. EUR verringert. Da eine Reduzierung des Materialzuflusses erhebliche Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation der Lieferanten haben kann, waren die finanziellen Rahmenbedingungen der Lieferanten stets im Fokus der engen Zusammenarbeit. Hier galt es, insbesondere negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die konsequenten Aktivitäten beim Working-Capital- und Cashflow-Management führten dazu, dass die Nettoverschuldung im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres – trotz der Zahlung einer Rekorddividende von insgesamt rd. 30 Mio. EUR – deutlich um rd. 12 Mio. EUR auf circa 6 Mio. EUR reduziert werden konnte. Neben der Etablierung wirksamer Steuerungsinstrumente und konzernweiter Standards, wie zum Beispiel beim Zahlungs- und Forderungsmanagement oder im strategischen Einkauf, trugen insbesondere Optimierungen in der weltweiten Ablauforganisation zu diesem Erfolg bei. Gleichzeitig haben wir durch die erfolgreiche Umsetzung des Restrukturierungsprogramms unsere Flexibilität weiter erhöht und die Gewinnerreichungsschwellen deutlich gesenkt. Die Eigenkapitalquote blieb mit 27,8 Prozent nach wie vor auf hohem Niveau und liegt über dem Durchschnitt vergleichbarer Industrieunternehmen.

- Rainer Beaujean
Mitglied des Vorstands und Finanzvorstand
„Für uns steht Wertorientierung an erster Stelle. Das machen wir mit der Festsetzung klarer und einheitlicher Standards im Controlling deutlich. Nachdem wir diese etabliert haben, greift das System nun zunehmend und die positiven Effekte werden sichtbar.“
Innovative Controllingkonzeption erfasst sämtliche steuerungsrelevanten Aktivitäten des Konzerns
Die Unternehmensführung muss durch Informationen wesentliche Entwicklungen nicht nur frühzeitig erkennen, sondern auch kurzfristig beeinflussen können. An dieser Maxime orientiert sich die im Geschäftsjahr 2007/2008 eingeführte Controllingkonzeption der Demag Cranes AG. Mit ihr wird es möglich, alle wichtigen Informationen zu erfassen, zu verarbeiten und entscheidungs- sowie empfängerbezogen aufbereitet zu berichten. Finanzvorstand Rainer Beaujean erläutert: „Über unsere Controllingaktivitäten fokussieren wir auf eine durchgängige Wertorientierung im Konzern. Dazu müssen Segmente, Regionen und Gesellschaften vergleichbar sein. Das machen wir mit der Festsetzung klarer und einheitlicher Standards im Controlling deutlich. Nachdem wir diese etabliert haben, greift das System nun zunehmend und die positiven Effekte werden sichtbar.“
Die Entscheidungsträger erhalten die notwendigen Informationen vor allem als Kennzahlen. Die Entwicklung des Kennzahlensystems erfolgte auf Basis unserer innovativen Controllingkonzeption. Sie nutzt umfangreiche empirische Studien zu Umsatz, Liquidität sowie Frühwarnindikatoren und Signale wie zum Beispiel einen rückläufigen Auftragsbestand. Mit diesem modernen Kennzahlensystem ist die Demag Cranes AG in der Lage, belastbar zu planen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und so den Konzern ergebnisorientiert zu steuern, wobei der Aspekt der nachhaltigen Wertschöpfung eine zentrale Rolle spielt.
Shared Services ermöglichen die einheitliche Steuerung des Konzerns durch die Zentrale

- Rainer Beaujean
Mitglied des Vorstands und Finanzvorstand
Schon vor Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise hatte sich Demag Cranes das Ziel gesetzt, die gesamte Organisation weiter zu integrieren. Zu den dazu notwendigen Maßnahmen gehört es auch, so genannte Shared-Services-Bereiche – darunter fallen konzernübergreifende Funktionen wie zum Beispiel Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, strategischer Einkauf, IT oder Personal – gruppeneinheitlich zu steuern. Im Rahmen der organisatorischen Umsetzung der Shared Services haben wir diese Funktionen am 01. Oktober 2009 über einen Betriebsteilübergang in der Demag Cranes AG zentralisiert. „Mit den Shared Services sind wir unter anderem in der Lage, Aufgaben zu bündeln, Doppelarbeiten zu vermeiden, Schnittstellen zu reduzieren und Prozesse zu beschleunigen“, betont Rainer Beaujean. Für Demag Cranes bedeutet das, Effizienz und Geschwindigkeit weiter zu steigern, dadurch Kosten zu senken sowie unsere zwei großen Marken Demag und Gottwald weltweit zu stärken. Die gezielte Weiterentwicklung der Vereinheitlichung von Abläufen in der Zentrale schafft damit messbaren Mehrwert für den gesamten Konzern und trägt dazu bei, Prozessrisiken weiter zu reduzieren.
Höchste Sicherheitsstandards im Produktbereich und bei allen unternehmerischen Entscheidungen
Als global tätiger Konzern müssen wir uns jeden Tag einer Vielzahl von Risiken stellen. Dazu zählen Währungs- und Konjunkturrisiken, Zahlungs- und Finanzierungsrisiken, Investitionsrisiken genauso wie politische Risiken, unterschiedliche Geschäftsusancen sowie landesspezifische rechtliche Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund gehört das konsequente Risikomanagement zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Konzerns und wird kontinuierlich weiter optimiert.
Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand bereits im vorletzten Geschäftsjahr einen so genannten Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand, den Leitern der Konzernbereiche Treasury, Rechnungswesen, Strategie und Unternehmensentwicklung sowie den Segmentcontrollern. Das Gremium überwacht die relevanten Rahmenbedingungen für den Demag Cranes Konzern und identifiziert Risikopotenziale. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch neue Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. So werden zum Beispiel Investitionsprojekte auf ihre wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen hin überprüft und in transparente Entscheidungsvorlagen für den Vorstand gebracht. Damit werden die Risiken unternehmerischer Fehlentscheidungen beträchtlich gesenkt.


