Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

Foto: Aloysius Rauen, Vorstandsvorsitzender
Aloysius Rauen
Vorstandsvorsitzender und Vorstand Services

das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von den negativen Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die resultierende Abkühlung der Weltwirtschaft bremste die Investitionsbereitschaft unserer Kunden auf globaler Ebene. Davon waren insbesondere die produzierenden Segmente Industriekrane und Hafentechnologie betroffen. Der Konzernauftragseingang ging infolgedessen um knapp vierzig Prozent zurück. Dank eines guten Auftragspolsters aus dem Rekordgeschäftsjahr 2007/2008 konnten wir beim Konzernumsatz den Rückgang abfedern und lagen rund 15 Prozent unter dem Vorjahreswert. Da unsere Fertigungsstätten im abgelaufenen Geschäftsjahr bei laufenden Fixkosten deutlich weniger ausgelastet waren, verzeichneten wir ein erheblich niedrigeres operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr.

Der Vorstand hat zügig und entschlossen auf dieses Krisenszenario reagiert. Als bereits zum Ende 2008 erste Rückgänge, insbesondere beim Auftragseingang im Segment Hafentechnologie, zu verzeichnen waren, haben wir umgehend die Rückführung des Leiharbeiteranteils und den Abbau von Überstunden- und Urlaubskonten eingeleitet. Im März 2009 wurde dann Kurzarbeit angeordnet. Nach einer weiteren Verschärfung der Auftragssituation und dem Ausbleiben mittelfristiger Erholungssignale legte der Vorstand zur Zukunftssicherung des Unternehmens ein Restrukturierungsprogramm vor, das im Mai dieses Jahres einstimmig vom Aufsichtsrat der Demag Cranes AG gebilligt wurde. Danach werden unter anderem im Konzern bis zu 750 Stellen wegfallen. Über die Umsetzung der Maßnahmen zielen wir auf ein Einsparvolumen von bis zu 60 Mio. EUR. Dadurch werden wir vor allem die Fixkosten und Gewinnerreichungsschwellen nachhaltig senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns steigern. Nach einem zielorientierten und konstruktiven Verhandlungsprozess mit den Arbeitnehmervertretern konnten wir im Segment Hafentechnologie bereits im Juli 2009 ein Ergebnis über den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans erreichen. Die Verhandlungen in den anderen Geschäftsbereichen im Inland wurden am 23. Oktober 2009 erfolgreich beendet.

Im Rahmen der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms erfolgen nun auch die notwendigen Schritte zur Effizienzsteigerung in den Segmenten Industriekrane und Services. Darüber hinaus treibt der Vorstand die bereits angekündigte Zielsetzung voran, die gesamte Organisation weiter zu integrieren, d.h. neben der Zentralisierung der so genannten Shared-Services-Bereiche wie IT, Rechnungswesen oder Einkauf auch Funktionen wie Forschung und Entwicklung/Konstruktion, Produktion, Services, Vertrieb oder Produktmanagement unter einheitliche Führung zu stellen. Dabei setzen wir auf klare Führungsstrukturen und Zuständigkeiten innerhalb der Organisation, die schnelle und zielgerichtete Entscheidungen nicht nur teamorientiert fördern, sondern auch den Mitarbeitern transparent machen. Darüber hinaus steht Fokussierung auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden immer an erster Stelle.

Durch ein konsequentes und nachhaltiges Finanzmanagement ist der Demag Cranes Konzern bestens gerüstet und verfügt auch vor dem Hintergrund von Finanzkrise und Kreditengpässen in der Wirtschaft über eine stabile Finanzierungsstruktur. Hier profitieren wir nun davon, dass wir bereits in den letzten Jahren den Fokus auf Cashflow- und Working-Capital-Management gelegt haben. So haben wir auch im Krisengeschäftsjahr 2008/2009 einen positiven freien Cashflow erwirtschaftet und die Nettoverschuldung fast vollständig zurückgeführt.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz unter diesen äußerst schwierigen Rahmenbedingungen. Wir sind uns bewusst, dass gerade eine Krisensituation von historischem Ausmaß sowie die damit verbundenen notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen der Belegschaft viel abverlangen. Den Konzern wirtschaftlich und finanziell krisenfest zu machen, ist dabei nur eine Seite der Medaille. Die nachhaltige Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens hängt in erheblichem Maße von der Motivation und der Qualifikation unserer Mitarbeiter sowie einem erfolgreichen Integrationsprozess ab. In dieses Fundament wollen wir investieren, indem wir die Personalentwicklung weiter ausbauen, den Teamgedanken fördern und Demag Cranes als attraktiven Arbeitgeber positionieren – und das weltweit.

Da die negativen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die bereits angefallenen Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2008/2009 stark belastet haben, sind Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam zur Entscheidung gekommen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Dividende vorzuschlagen. Diese Entscheidung ist insbesondere vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen worden. Grundsätzlich sollen in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zukünftig wieder attraktive Dividenden ausgeschüttet werden.

Auch wenn wir den Demag Cranes Konzern für strategisch und finanziell gut positioniert halten, sind belastbare Zukunftsprognosen vor dem Hintergrund der Unsicherheiten, was den weiteren Verlauf und die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise angeht, weiterhin kaum möglich. Zusammenfassend gehen wir heute davon aus, dass die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2009/2010 gegenüber dem Vorjahr rückläufig sein wird. Gleichzeitig erwarten wir auch im laufenden Geschäftsjahr eine operative Konzern-EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bitte lesen Sie Details hierzu im Prognosebericht.

Mit den besten Grüßen

 

Aloysius Rauen
Vorstandsvorsitzender