Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der Demag Cranes Konzern ist mit seinen Produkten und Dienstleistungen der Segmente Industriekrane, Hafentechnologie und Services im globalen Markt für Güterumschlagtechnik und Materiallogistik tätig. Zu diesem Gesamtmarkt gehören sämtliche Produkte zur Durchführung, Steuerung und Überwachung von Warenumschlag- und -logistikprozessen, einschließlich der entsprechenden Softwarelösungen und Servicedienstleistungen.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 hat sich der Markt für Industriekrane rückläufig entwickelt. Generell hat die Weltwirtschaftskrise reine Komponentenanbieter stärker getroffen als internationale Systemanbieter wie Demag Cranes. Die Entwicklung der branchenspezifischen Rahmenbedingungen entspricht weitgehend der Marktentwicklung der Maschinenbauindustrie. Gemäß einer Auswertung des Branchenverbands VDMA lag der Auftragseingang im Maschinenbau von Januar bis September 2009 real um 44 Prozent unter den Vorjahreswerten. Auf dem gleichen Niveau bewegte sich der Rückgang im Fachzweig Fördertechnik. Der Marktvolumenanteil der aufstrebenden Märkte hat trotz der Abschwächungen ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet. Die aufstrebenden Märkte sind durch eine starke Wettbewerbsfragmentierung gekennzeichnet. Ein Fortschreiten der globalen Marktkonsolidierung war ebenfalls im Industriekranmarkt zu beobachten.

Der Markt des Segments Hafentechnologie war im abgelaufenen Geschäftsjahr durch stark zurückgegangene Frachtmengen und dramatisch gesunkene Transportraten für Container gekennzeichnet. Der sich bereits im Sommer 2008 abzeichnende Rückgang der Frachtmengen auf den Hauptrouten Asien Nordamerika weitete sich durch die Wirtschaftskrise aus und führte zu einem in dieser Höhe nicht zu erwartenden weltweiten Einbruch in der Seeverkehrswirtschaft. Die Kunden des Segments Hafentechnologie reagierten auf diese Entwicklungen mit der Einstellung oder weitgehenden Reduzierung ihrer Investitionstätigkeiten. Zudem haben viele Kunden ihre geplanten Investitionen zeitlich verschoben. Neben den Erweiterungsinvestitionen blieben auch Ersatzinvestitionen weitgehend aus, da durch die geringe Auslastung der Terminals kaum Bedarf bestand. Ebenso führte die geringe Terminalauslastung zu einem deutlich verminderten Servicebedarf. Ein ähnliches Bild ergab sich beim Landtransport von Containern. Aufgrund der gesunkenen Wirtschaftsleistung sind auch hier die Investitionen stark zurückgegangen. Die im Rahmen der Konjunkturprogramme der deutschen Bundesregierung bereitgestellten Mittel für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen positiven Effekt auf das Segment Hafentechnologie. Die Kundennachfrage nach Kosten sparenden oder umweltfreundlichen Lösungen ist zwar weiterhin vorhanden, aufgrund der wirtschaftlichen Lage hat sich der Preiswettbewerb jedoch deutlich verschärft.

Auch im Gesamtmarkt des Segments Services machen sich die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar. Die globale Gesamtnachfrage nach Serviceleistungen war im Geschäftsjahr 2008/2009 rückläufig. Infolge geringerer Auslastung der Krananlagen auf Kundenseite kam es in allen Märkten zu einem Nachfragerückgang, insbesondere bei Ersatzteilen. Der grundsätzliche Trend zu erhöhten Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit mit dem entsprechenden Geschäftspotenzial für Serviceleistungen ist jedoch ungebrochen.