Beschaffung und Einkauf

Ein wichtiger Schwerpunkt des Strategischen Einkaufs bestand im abgelaufenen Geschäftsjahr darin, das Working Capital, insbesondere Lieferungen und Vorräte, an den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Auftragseingang anzupassen. Dabei galt es, die Kapazitätsanpassungen mit unseren Lieferanten rechtzeitig vorzunehmen. Ferner haben wir die finanzielle Situation unserer Lieferanten fortlaufend überprüft, da die Reduzierung des Materialzuflusses auf Kundenseite bei einigen Lieferanten zu erheblichen Liquiditätsschwankungen führen kann. Die aktive Informationsabfrage bei unseren Lieferanten und Dienstleistern durch das so genannte Supplier Screening hat dazu beigetragen, derartige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Somit sind wir in der Lage, auch kurzfristig notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Beschaffungsstrategien des Demag Cranes Konzerns leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des bestehenden Markt- und Technologievorsprungs. Für die strategischen Einkaufsaktivitäten und die globale Lieferantenauswahl sind dies weiterhin entscheidende Maßstäbe. Die Hauptlieferanten betrachten wir als Wertschöpfungspartner, die den Konzern nicht nur zuverlässig mit qualitativ hochwertigen Lieferungen versorgen, sondern uns auch wesentliche Impulse in der Produktentwicklung geben. Durch die gemeinsame Produktentwicklung und -optimierung tragen unsere Hauptlieferanten zu einer Verringerung der Herstellungskosten bei, die gerade in diesen Zeiten von entscheidender Bedeutung ist, um Marktanteile abzusichern. Die kontinuierliche Prozessanalyse in der Supply Chain ermöglicht, die Produktentstehung vom Rohmaterial bis hin zum Fertigteil hinsichtlich der Herstellungskosten eng mit unseren Hauptlieferanten zu überwachen.

Mit der fortlaufenden Standardisierung der Produkte gelingt es uns, durch den Strategischen Einkauf in erhöhtem Maße Bündelungseffekte zu nutzen und mit Lieferanten neue Formen der Zusammenarbeit einzugehen. Dabei wächst vor allem die Bedeutung von flexiblen Logistikvereinbarungen, die eine zeitgerechte Materialzulieferung bei verringerter Kapitalbindung sichern. Die globale Einkaufspräsenz des Unternehmens ermöglicht es, flexibel auf die sich ständig verändernden Marktgegebenheiten zu reagieren und lokale Beschaffungsvorteile konsequent zu nutzen. Hier stehen insbesondere die Beschaffungsmärkte in den aufstrebenden Märkten im Fokus, in denen wir an wichtigen Standorten mit eigenen Einkaufsbüros vertreten sind.

Der Strategische Einkauf ist im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer segmentorientierten Einkaufsstruktur in eine zentrale Organisation überführt worden. Damit geht auch die räumliche Zusammenführung der einzelnen Einkaufseinheiten einher. Sämtliche strategischen Einkaufseinheiten berichten nun an den Konzernleiter Einkauf, der direkt dem Finanzvorstand unterstellt ist. Durch die Zentralisierung richten sich die wesentlichen Einkaufsaktivitäten dahingehend aus, Bündelungseffekte hinsichtlich Materialgruppen zu generieren, einheitliche Lieferantenstrategien umzusetzen und Effizienzsteigerungen durch die Schaffung von einheitlichen Strukturen zu realisieren. Zudem werden die Harmonisierung von gleichen Beschaffungsprozessen sowie die Internationalisierung und das Global Sourcing weiter vorangetrieben.

Der internationale Einkaufsprozess wurde eingeleitet mit einem in Deutschland stattfindenden „International Purchasing Meeting“ unter Führung des Finanzvorstands. In diesem Meeting wurden mit den verantwortlichen Einkaufsmanagern aus den verschiedenen Regionen wichtige Vereinbarungen für eine einheitliche Vorgehensweise und Struktur getroffen. Auf diese Weise sollen die unterschiedlichen Markttendenzen jeder einzelnen Region schneller erkannt werden, um die Veränderungen in den Beschaffungsmärkten für das gesamte Unternehmen besser zu nutzen. Mit der konzernübergreifenden Spezialisierung auf Materialgruppen optimieren wir zum einen die fachliche Zusammenarbeit mit den Lieferanten, zum anderen können wir so unsere Teile, Komponenten und Systeme weiter standardisieren und optimieren. Dies findet in teamorientierter Zusammenarbeit mit anderen Bereichen statt, insbesondere mit den Bereichen Produktion sowie Forschung und Entwicklung.

In den Segmenten Industriekrane, Hafentechnologie und Services sind die operativen Beschaffungsprozesse weitgehend an die einzelnen Geschäftseinheiten bzw. an die ausländischen Standorte delegiert. Diese Organisationsstruktur erlaubt eine zentrale Bedarfsbündelung und -steuerung bei hinreichender Flexibilität in der geschäftsspezifischen Versorgung mit Lieferungen und Leistungen. Mit dieser neuen Struktur erreichen wir die nötige Flexibilität, um den wechselnden Anforderungen des zyklischen Marktes gerecht zu werden.

Insgesamt arbeitet der Demag Cranes Konzern aktiv mit rund 240 A-Lieferanten zusammen. Dies ist das Ergebnis einer fortlaufenden strategischen Lieferantenstammkonzentration. Dabei haben wir erfolgreich sichergestellt, dass keine zu großen Abhängigkeiten von Einzellieferanten entstehen.

Der gesamte Aufwand von Lieferungen und Leistungen belief sich im Geschäftsjahr auf rund 499 Mio. EUR (Vorjahr: rund 644 Mio. EUR). Davon entfielen rund 366 Mio. EUR (Vorjahr: 483 Mio. EUR) auf Material. Es ist uns im Bereich Einkauf trotz der schwierigen Marktumstände gelungen, marktgerechte Konditionen mit Lieferanten zu verhandeln und diese Effekte auch langfristig zu sichern. So können wir zum einen unsere Wettbewerbsposition stärken und zum anderen die Beziehung zu unseren strategischen Partnern langfristig erhalten.