Forschung und Entwicklung

Unsere Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) basieren auf dem Grundgedanken, den Kunden in Bezug auf unsere Produkte und Dienstleistungen ein höchstmögliches Maß an Nutzen und Produktionseffizienz zu bieten. Das Streben nach qualitativ hochwertigen, leistungsfähigen, zuverlässigen und marktgerechten Produkten ist hierbei unsere oberste Maxime.

Als Technologieführer fühlen wir uns daher dauerhaft verpflichtet, zukunftsweisenden Lösungsansätzen zu folgen sowie das Optimierungspotenzial bewährter Produktreihen auszuschöpfen. Durch die Erweiterung unserer Produktpalette tragen wir den Bedürfnissen der aufstrebenden Märkte Rechnung. Mittels kritischer Prüfung unserer Herstell- und Prozesskosten sowie eines stringenten Komplexitätsmanagements verfolgen wir das Ziel, eine produktübergreifende Modularisierung all unserer verwendeten Bauteile und Baugruppen zu erreichen. International vernetzte Entwicklerteams mit breit gestreuter Fach- und lokaler Marktexpertise arbeiten heute eng bei der Entwicklung von global einsetzbaren Produkten zusammen.

Als Demag Cranes Konzern bewerten wir unsere hohen Aufwendungen im Bereich F&E als Stärkung der operativen Bereiche sowie als Investition in die Zukunft, um unsere Technologieführerschaft nachhaltig zu behaupten.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 betrugen die F&E-Aufwendungen einschließlich aktivierter Entwicklungskosten auf konsolidierter Basis 28,2 Mio. EUR (davon aktiviert 0,6 Mio. EUR) nach 20,4 Mio. EUR (davon aktiviert 0,7 Mio. EUR) im vorangegangenen Geschäftsjahr. Von diesem Gesamtaufwand entfielen 12,2 Mio. EUR (2007/2008: 10,3 Mio. EUR) auf die Segmente Industriekrane und Services sowie 16,0 Mio. EUR (2007/2008: 10,2 Mio. EUR) auf das Segment Hafentechnologie. Im Verhältnis zum Umsatz betrugen die F&E-Aufwendungen 2,6 Prozent (2007/2008: 1,6 Prozent).

Im Segment Industriekrane lag der Schwerpunkt der F&E-Tätigkeiten auf dem weiteren Ausbau des Produktportfolios sowie der Optimierung der Produkte im Hinblick auf Modularisierung und Komplexität. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf den unterschiedlichen Anforderungen etablierter versus aufstrebender Märkte. Neben der produktspezifischen Entwicklungstätigkeit haben wir den weiteren Ausbau sowie die Implementierung der IT-Systeme zur Prozessunterstützung nachhaltig vorangetrieben. In den etablierten Märkten lag der Fokus der Entwicklungstätigkeit weiterhin auf der stringenten Umsetzung der applikationsgetriebenen Optionen innerhalb der Seilzugreihe DR, der Kettenzugreihe DC sowie der Frequenzumrichterreihe Dedrive. Die Erweiterung und Implementierung dieser Produktoptionen ist weitgehend abgeschlossen und die Einsetzbarkeit der Produkte im besonderen Anwendungsumfeld damit sichergestellt. Die Erweiterung des Leistungsspektrums stand auch im Mittelpunkt der F&E-Tätigkeit im Bereich der Standardkrane. Geänderte Kundenanforderungen im Hinblick auf Traglasten und Spannweiten waren Auslöser für die generelle Erweiterung der Leistungsgrenzen. Darüber hinaus haben wir die neue Baureihe der Profilträgerkrane sowie einen generell erweiterten und standardisierten Optionsumfang implementiert. Besondere Anforderungen an das Produktportfolio ergaben sich im Bereich der aufstrebenden Märkte. Daraus resultieren mehrere Projekte im Bereich der Produktanpassungen sowie der Beginn verschiedener Neuentwicklungen im Kran- und Komponentenbereich. Erstmals wurden internationale Entwicklerteams mit Mitgliedern aus Indien, China und Deutschland gegründet, um das Wissen und die Erfahrungen verschiedenster Märkte und Regionen zu vereinigen. Die Sicherstellung der Konformität mit der neuen europäischen Maschinenrichtlinie, deren Anwendung innerhalb der Europäischen Union ab dem 29. Dezember 2009 verbindlich sein wird, bildete den Schwerpunkt der Tätigkeiten im Bereich Normen und Richtlinien. Im Rahmen der Erweiterung der IT-gestützten Angebots- und Abwicklungssysteme wurden die neuen Konfiguratoren für die Produkte Kompakthebezeug, Seilzug sowie Antriebstechnik erfolgreich implementiert und in unsere Systemlandschaft integriert. Ein weiterer sinnvoller Schritt in Richtung Prozesssicherheit und Effizienzsteigerung ist damit abgeschlossen.

Im Segment Hafentechnologie haben wir im Bereich der Hafenmobilkrane die Erneuerung des Produktprogramms im Rahmen der Einführung der Generation 5 rund um die Kompaktklasse fortgeführt. Dabei soll in den kleineren Leistungsbereichen die Technologieführerschaft weiter ausgebaut werden, indem frequenzgeregelte Asynchronmaschinen zur Durchführung der Hauptbewegungen eingesetzt werden. Weiterhin wurde bei den Hafenmobilkranen die Energieeffizienz der Geräte verbessert und im Rahmen einer Testanlage Technologien zur Energierückgewinnung entwickelt. Im nächsten Geschäftsjahr wird diese Option zur Serienreife geführt. Bei den Dieselmotoren haben wir mit der Umsetzung der 2011 in Kraft tretenden Abgasvorschrift namens EPA1 Off Highway Tier 4i (Abgasvorschrift der Environmental Protection Agency „EPA“) begonnen, die eine drastische Reduzierung der Stickoxide und Partikel vorsieht. Im Produktbereich teil- und vollautomatisierte Hafentechnologie wurden vorrangig die Weiterentwicklung des Automated Guided Vehicles (AGV) sowie technische Anpassungen des Automated Stacking Cranes (ASC) betrieben. Weltweit ist in den Seehäfen ein starker Trend zu mehr Umweltfreundlichkeit zu beobachten. In diesem Zusammenhang werden die zulässigen Emissionsgrenzwerte in den Seeterminals kontinuierlich verschärft. Um diesem Trend gerecht zu werden, haben wir den Einsatz von Batterien als Energiequelle des AGV untersucht und zur Testreife gebracht. Ein batteriebetriebenes Fahrzeug befindet sich gerade im Live-Testbetrieb im Container-Terminal Altenwerder (CTA) unseres Kunden Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Um den Einsatz einer Batterie-AGV-Flotte zu ermöglichen, entwickeln wir derzeit eine automatische Batteriewechsel- und -ladestation (detaillierte Informationen hierzu siehe auch Kapitel Umwelt).

Aus dem Segment Services werden alle genannten F&E-Aktivitäten aktiv unterstützt mit dem Ziel der Nutzenoptimierung – insbesondere im Hinblick auf Bedienung und Instandhaltung – sowie der Sicherstellung aller erforderlichen Ressourcen und Kompetenzen für die eigene Serviceorganisation. Außerdem werden zugehörige Ersatzteil- und Dienstleistungsangebote für den gesamten Lebenszyklus im Anwendungsspektrum der Krane und Komponenten entwickelt.