Ertragslage

Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) lag im Berichtszeitraum bei 13,2 Mio. EUR im Vergleich zu 135,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2007/2008. Diese Entwicklung spiegelt die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Ergebnis des Demag Cranes Konzerns klar wider.

Der Rückgang resultiert zum einen aus der Unterauslastung unserer Fabriken. Zum anderen sind im EBIT Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 49,1 Mio. EUR und andere operative Anpassungen in Höhe von 5,3 Mio. EUR enthalten. Davon entfallen Abfindungskosten in Höhe von 3,7 Mio. EUR auf das Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Harald J. Joos zum 31. März 2009.

Der Vorstand verwendet zur Steuerung des Konzerns als Kerngröße das operative EBIT. Bei der Berechnung des operativen EBIT werden insbesondere Effekte von Abschreibungen auf Zeitwertdifferenzen, die sich als Folge der Übernahme von Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen zum beizulegenden Zeitwert ergeben, wieder eliminiert. Des Weiteren werden Einmaleffekte wie z. B. Abfindungen und Restrukturierungskosten herausgerechnet.

Das operative EBIT betrug im Geschäftsjahr 2008/2009 67,6 Mio. EUR, während es im Vorjahr noch bei 137,5 Mio. EUR lag. Grundsätzlich fokussieren wir uns auf die effiziente Auslastung unserer Fabriken. Vor dem Hintergrund des rückläufigen Auftragseingangs und Umsatzes konzentrieren wir uns jedoch gerade jetzt auf die Optimierung des Nettoumlaufvermögens und des Cashflows. Deshalb akzeptieren wir eventuelle temporäre Unterauslastungen in den Produktionsstätten, die sich negativ auf das EBIT auswirken. Im Mai dieses Jahres haben wir ein Restrukturierungsprogramm kommuniziert, das genau an diesen Punkten ansetzt und die Gewinnschwellen in allen Segmenten absenkt. Dies wird über eine deutliche Reduzierung der fixen und variablen Kosten in den beiden Geschäftssegmenten Industriekrane und Hafentechnologie erreicht. Das Programm hat ein adressiertes Einsparvolumen von bis zu 60 Mio. EUR mit konkreten Maßnahmenpaketen zur nachhaltigen Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität des Konzerns. Daneben haben wir uns zum Ziel gesetzt, die gesamte Organisation weiter zu verzahnen und so z. B. die Shared-Services-Bereiche gruppeneinheitlich zu steuern. Dies betrifft Bereiche wie z. B. IT, Personal oder Einkauf. Durch diese Maßnahmen beabsichtigen wir, der unsicheren Marktlage und der Erwartungshaltung, dass die Krise in unserer Industrie noch länger andauern könnte, durch eine weitere Flexibilisierung der Kapazitäten entgegenzuwirken.

Die Verhandlungen über den Interessenausgleich und den Sozialplan im Rahmen des Restrukturierungsprozesses haben wir für das Segment Hafentechnologie bereits Anfang Juli abgeschlossen.

Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern des Betriebsrats in den anderen Konzernbereichen konnten am 23. Oktober 2009 erfolgreich beendet werden. Weiter gehende Informationen hierzu finden Sie im Nachtragsbericht.

 

01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR

2008/2009

2007/2008

2006/2007

Konzern-EBIT

13,2

135,8

–90,3 %

82,0

Operative Anpassungen

54,4

1,7


12,6

Davon

       

Abschreibungen auf Zeitwertdifferenzen

1,6

5,4

 

11,2

Abfindungskosten

3,7

 

1,6

Desinvestitionsgewinne

–0,1

–3,7

 

–0,5

Sonstiges

 

0,4

Restrukturierungsaufwendungen

49,1

 

Davon

       

Industriekrane

16,8

 

Hafentechnologie

22,1

 

Services

5,5

 

Zentrale Holdingkosten/DCAG*

4,7

 

Operatives Konzern-EBIT

67,6

137,5

–50,8 %

94,6

Davon

       

Industriekrane

29,7

47,8

–37,8 %

25,0

Hafentechnologie

–14,8

22,1

n/a

10,4

Services

60,2

75,4

–20,2 %

62,2

Zentrale Holdingkosten/DCAG*

–7,5

–7,8

–3,5 %

–3,0


* Diese Werte werden in der Spalte nicht zugeordnet gezeigt.

Das operative EBIT verteilt sich wie folgt auf die Segmente:

Im Segment Industriekrane sank das operative EBIT im Geschäftsjahr 2008/2009 um 18,0 Mio. EUR bzw. 37,8 Prozent auf 29,7 Mio. EUR. Da wir im vergangenen Geschäftsjahr einen überdurchschnittlich hohen Auftragseingang an margenschwächeren Prozesskranen generiert haben, die nach einer durchschnittlichen Produktionszeit von ca. zwölf Monaten an unsere Kunden ausgeliefert werden, kommt es zu einer weiteren Verschiebung im Produktmix des Segments. Neben der Unterauslastung unserer Fabriken wirkte sich diese Verschiebung negativ auf die operative EBIT-Marge aus. Die operative EBIT-Marge lag bei 5,4 Prozent.

Im Segment Hafentechnologie sank das operative EBIT im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007/2008 deutlich. Hauptgründe für den Ergebnisrückgang um 36,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert sind der verminderte Umsatz sowie deutliche Produktionsreduzierungen, die zu einer geringen Auslastung in der Fabrik führten – beides bedingt durch die wirtschaftlich schwierige Situation in den Häfen.

Im Segment Services wurden infolge der geringeren Kranauslastung bei unseren Kunden weniger Ersatzteile verkauft. Da das Ersatzteilgeschäft überproportional hohe EBIT-Margen generiert, resultiert hieraus ein um 15,2 Mio. EUR bzw. 20,2 Prozent geringeres operatives EBIT als im Vorjahr. Die operative EBIT-Marge für das Geschäftsjahr 2008/2009 lag trotz des negativen Geschäftsumfeldes mit 20,2 Prozent im Rahmen unserer mittelfristigen Margenerwartung.

Das operative Konzern-EBITDA sank im Vorjahresvergleich von 160,0 Mio. EUR um 44,1 Prozent auf 89,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2008/2009.

 

01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR

2008/2009

2007/2008

Operatives Konzern-EBIT

67,6

137,5

–50,8 %

Bereinigte planmäßige Abschreibungen/Wertminderungen

21,9

22,5

–2,6 %

Operatives Konzern-EBITDA

89,5

160,0

–44,1 %

Erläuterung der wesentlichen Kostenpositionen

 

01. Oktober bis 30. September

 

2008/2009

2007/2008

in Mio. EUR

Reportet

Operativ

Reportet

Operativ

Herstellungskosten

–797,8

–774,0

–864,3

–859,3

Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten

–213,5

–190,7

–214,4

–214,4

Davon

       

Vertriebskosten

–139,3

–132,7

–138,2

–138,2

Allgemeine Verwaltungskosten

–74,2

–57,9

–76,2

–76,2

Forschungs- und Entwicklungskosten

–27,6

–20,2

–19,7

–19,3

Personalaufwand

–358,6

–322,6

–351,9

–351,9

Die Herstellungskosten des Geschäftsjahres 2008/2009 sind im Vergleich zum Vorjahr um 66,4 Mio. EUR gesunken. Grund hierfür war im Wesentlichen das geringere Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr. Die Herstellungskosten sind mit Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 22,6 Mio. EUR belastet.

Die Vertriebskosten lagen im Geschäftsjahr 2008/2009 mit 139,3 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau. Das Verhältnis der Vertriebskosten zum Konzernumsatz hat sich jedoch von 11,3 Prozent auf 13,3 Prozent erhöht. Hauptgrund hierfür war insbesondere der rückläufige Umsatz. In den Vertriebskosten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. EUR enthalten.

Die Verwaltungskosten des Demag Cranes Konzerns sanken im Geschäftsjahr 2008/2009 gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,0 Mio. EUR von 76,2 Mio. EUR auf 74,2 Mio. EUR. Auf die Verwaltungskosten entfielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 12,5 Mio. EUR.

In Relation zum Umsatz stieg der Forschungs- und Entwicklungsaufwand auf 2,6 Prozent (Vorjahr: 1,6 Prozent). Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen nahmen um 7,8 Mio. EUR bzw. um 39,5 Prozent von 19,7 Mio. EUR auf 27,6 Mio. EUR zu. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6,9 Mio. EUR. Diese entfallen im Wesentlichen auf Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungskosten im Segment Hafentechnologie. Eliminiert man diese Effekte, stieg der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Verhältnis zum Umsatz leicht auf 1,9 Prozent. Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen insbesondere Aktivitäten in den Segmenten Industriekrane und Hafentechnologie (siehe dazu auch das Kapitel Entwicklung nicht-finanzieller Erfolgsfaktoren, Forschung und Entwicklung). Im Segment Hafentechnologie wurden im Geschäftsjahr 2008/2009 zudem Entwicklungskosten in Höhe von 0,6 Mio. EUR für eine neue Modellreihe (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR) aktiviert.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen lag im Geschäftsjahr 2008/2009 bei 2,5 Mio. EUR nach 5,9 Mio. EUR im Vorjahr. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus Währungskurseffekten und aus geringeren Gewinnen aus dem Abgang von Vermögenswerten.

Die Zinsen und ähnlichen Erträge/Aufwendungen, netto, fielen in der Berichtsperiode von 12,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 11,1 Mio. EUR. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die gesunkenen Zinssätze aus der bestehenden Rahmenkreditvereinbarung.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) des Demag Cranes Konzerns betrug trotz Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 49,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2008/2009 noch 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: 123,8 Mio. EUR).

Das operative Ergebnis nach Steuern lag im Berichtsjahr 2008/2009 bei 42,8 Mio. EUR, nach 85,2 Mio. EUR im Vorjahr.

Da die negativen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die bereits angefallenen Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2008/2009 stark belastet haben, sind Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam zur Entscheidung gekommen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Dividende vorzuschlagen.

Der effektive Steuersatz liegt im Geschäftsjahr 2008/2009 bei 44,1 Prozent gegenüber 34,7 Prozent im Vorjahr. In absoluten Zahlen entspricht dies 0,9 Mio. EUR gegenüber 42,9 Mio. EUR im Vorjahr. Bedingt durch die niedrige Basis des Ergebnisses vor Ertragsteuern von 2,1 Mio. EUR gegenüber 123,8 Mio. EUR im Vorjahr ergeben sich verstärkte Auswirkungen durch die ausländischen Gesellschaften des Konzerns sowie z. B. durch steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen.

 

01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR

2008/2009

2007/2008

2006/2007

Ergebnis nach Steuern

1,2

80,8

–98,6 %

32,8

Operative Anpassungen

54,4

1,7


12,6

Davon

       

Abschreibungen auf
Zeitwertdifferenzen

1,6

5,4

 

11,2

Abfindungskosten

3,7

 

1,6

Desinvestitionsgewinne

–0,1

–3,7

 

–0,5

Sonstiges

 

0,4

Restrukturierungsaufwendungen

49,1

 

Steuereffekte auf operative Anpassungen 30,7 %

–16,7

–0,5


–4,9*

Effekte aus der deutschen
Betriebsprüfung/
Unternehmenssteuerreform

4,0

3,2


8,6

Sonstige in- und
ausländischen Effekte


2,3

Operatives Ergebnis nach Steuern

42,8

85,2

–49,8 %

51,4


* Steuersatz 39,0 Prozent.

Das operative Ergebnis pro Aktie (EPS) beträgt folglich 2,01 EUR nach 4,00 EUR im vorangegangenen Geschäftsjahr.