Finanzlage

Der freie Cashflow vor Finanzierung, der dem Saldo des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit entspricht, betrug in der Berichtsperiode 43,4 Mio. EUR (Vorjahr: 125,9 Mio. EUR). Er hat sich im Jahresvergleich wie folgt entwickelt:

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01. Oktober bis 30. September

Q4

Q3

Q2

Q1

in Mio. EUR

2008/2009

2007/2008

2008/2009

2008/2009

2008/2009

2008/2009

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

61,8

147,1

–58,0 %

7,1

28,7

29,7

–3,7

Cashflow aus Investitionstätigkeit

–18,3

–21,3

–13,8 %

–7,5

–4,3

–3,4

–3,1

Freier Cashflow vor Finanzierung

43,4

125,9

–65,5 %

–0,4

24,4

26,3

–6,9

Restrukturierungsauszahlungen

7,5

n/a

6,2

1,3

Freier Cashflow vor
Finanzierung und Restrukturierungs-auszahlungen

50,9

125,9

–59,5 %

5,9

25,7

26,3

–6,9

Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr ging der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in der Berichtsperiode um 85,4 Mio. EUR auf 61,8 Mio. EUR zurück. Dieser Rückgang war im Wesentlichen die Folge eines geringeren Ergebnisses nach Steuern sowie von Einmalzahlungen für die Ablösung des Sanierungstarifvertrages und von ersten zahlungswirksamen Restrukturierungsaufwendungen. Gegenläufig wirkt sich die Verbesserung des Nettoumlaufvermögens aus. Der Saldo aus erhaltenen Zinsen und Zinszahlungen des Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr von –4,7 Mio. EUR auf –1,8 Mio. EUR verringert. Ursächlich hierfür waren vor allem geringere Zinszahlungen, die auf die gesunkenen Zinssätze der Rahmenkreditvereinbarung der Demag Cranes AG zurückzuführen sind.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr von –21,3 Mio. EUR auf –18,3 Mio. EUR. Darin spiegeln sich hauptsächlich zwei Effekte wider: Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verringerten sich von 25,4 Mio. EUR im Vorjahr um 6,6 Mio. EUR auf 18,8 Mio. EUR in der Berichtsperiode. Gegenläufig hierzu fielen in der Berichtsperiode die Einzahlungen aus der Veräußerung von Vermögenswerten um 3,7 Mio. EUR geringer aus als in der Vorperiode.

Die wesentliche Ursache für die Verringerung der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen war eine aufgrund der Finanz- und Wirtschaftkrise geringere Investitionstätigkeit. In dem Investitionsaufwand von 18,8 Mio. EUR sind darüber hinaus noch 5,0 Mio. EUR enthalten, die aufgrund von Verzögerungen bei der Auslieferung bestimmter im Geschäftsjahr 2007/2008 bestellter Maschinen in das Geschäftsjahr 2008/2009 geflossen sind.

 

01. Oktober bis 30. September

in Mio. EUR

2008/2009

2007/2008

Industriekrane

12,8

15,0

–14,6 %

Hafentechnologie

2,6

6,3

–58,3 %

Services

3,0

3,2

–7,6 %

Zentrale Holdingkosten/DCAG*

0,4

0,9

–51,8 %

Investitionen

18,8

25,4

–25,9 %


* Diese Werte werden in der Spalte nicht zugeordnet gezeigt.

Zu den größeren Investitionsprojekten im Segment Industriekrane im Geschäftsjahr 2008/2009 gehörten Maßnahmen für das Upgrade der bestehenden SAP-Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP-Software) sowie Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen in der Fertigung. Zu Letzteren gehören das im Vorjahr begonnene Projekt zur Optimierung der mechanischen Fertigung, Modernisierungen innerhalb der Kranbaukastenfertigung und Investitionsaktivitäten im Bereich der Motorenfertigung. Darüber hinaus wurde in die Modernisierung von bestehenden Gebäuden investiert.

Im Segment Hafentechnologie wurden die Investitionsaktivitäten aufgrund des wirtschaftlichen Verlaufs gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert. Daher wurde die bereits in den Vorjahren begonnene Kernsanierung eines Bürogebäudes im reduzierten Umfang fortgesetzt. Die Infrastruktur des Standortes Düsseldorf wurde entsprechend den Erfordernissen der Produktion und der behördlichen Auflagen bezüglich des Brandschutzes optimiert. Außerdem wurden Investitionen im IT-Bereich zur Reduzierung des Datenausfallrisikos getätigt. Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden 0,6 Mio. EUR Entwicklungskosten für eine neue Modellreihe aktiviert.

Dem Segment Services sind überwiegend anteilig segmentübergreifende Investitionsmaßnahmen aus dem IT-Bereich (insbesondere SAP) zugeordnet.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Liquiditätssteuerung des Konzerns erfolgt grundsätzlich durch das Konzerntreasury des Demag Cranes Konzerns. Ziel ist es, durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- und der Zinsänderungsrisiken die Liquidität des Konzerns sicherzustellen.

in Mio. EUR

30. Sept. 2009

30. Juni
2009

31. März 2009

31. Dez. 2008

30. Sept. 2008

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

105,9

105,6

105,6

105,6

105,6

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

0,1

0,3

0,2

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

4,4

4,7

4,9

4,7

3,7

Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente

–103,7

–104,1

–79,7

–80,6

–90,0

Übrige kurzfristige finanzielle
Vermögenswerte

0,4

0,5

0,5

0,6

0,9

Nettofinanzverbindlichkeiten

6,3

5,9

30,5

29,1

18,4


Weitere Erläuterungen finden sich im Kapitel 34 Kapitalsteuerung des Konzernabschlusses.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten haben sich zum 30. September 2009 im Vergleich zum Stichtag 30. September 2008 um 12,1 Mio. EUR auf 6,3 Mio. EUR verringert. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 13,7 Mio. EUR auf 103,7 Mio. EUR.

Die Demag Cranes AG deckt ihren Kapitalbedarf über den operativen Cashflow sowie über eine revolvierende syndizierte Rahmenkreditlinie mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 325,0 Mio. EUR (inklusive einer Nebenkreditlinie über 105,0 Mio. EUR) ab. Dieser Kreditrahmen hat eine Restlaufzeit bis zum 27. Juni 2011. Um die Zinsänderungsrisiken partiell zu begrenzen, hat der Konzern am 27. September 2006 eine Zinssicherung abgeschlossen.

Die revolvierende Kreditfazilität wurde am 30. September 2009 wie folgt in Anspruch genommen:

  • 105,0 Mio. EUR revolvierende Kreditfazilität (Fälligkeit: Dezember 2009). Dies entspricht der Inanspruchnahme zum Stichtag 30. September 2008.

  • 63,6 Mio. EUR Nebenkreditlinie für Garantien (30. September 2008: 67,9 Mio. EUR).

Der Kreditvertrag enthält bestimmte Beschränkungen hinsichtlich der Möglichkeit der Aufnahme weiterer Verschuldung, des Erwerbs oder der Veräußerung von Vermögenswerten sowie der Gewährung von Sicherheiten (Covenants). Zudem müssen Beschränkungen hinsichtlich bestimmter Finanzkennzahlen während der Laufzeit des Kreditvertrags beachtet werden, u. a. festgelegte Verhältnisse von konsolidierten Nettofinanzverbindlichkeiten2 zu konsolidiertem operativem EBITDA3 (< 2,75) und von konsolidiertem operativem EBITDA3 zur zahlungswirksamen Gesamtnettozinsbelastung (> 4,0).

Diese Covenants wurden zum 30. September 2009 in jeder Hinsicht eingehalten.

 

30. Sept. 2009

30. Juni
2009

31. März 2009

31. Dez. 2008

30. Sept. 2008

Nettofinanzverbindlichkeiten2/
operatives EBITDA3

0,22x

0,29x

0,38x

0,30x

0,14x

Operatives EBITDA3/
zahlungswirksame
Gesamtnettozinsbelastung

41,76x

59,85x

56,88x

38,33x

30,85x

Falls die vertraglich vereinbarten Finanzkennzahlen nicht eingehalten werden und der Verstoß nicht innerhalb einer bestimmten Frist geheilt wird oder die Kreditgeber nicht auf die Einhaltung der Auflagen verzichten, könnte nach den Vertragsbedingungen ein Kündigungsgrund vorliegen, der die Kreditgeber unter anderem zur sofortigen Fälligstellung aller Verbindlichkeiten berechtigt. Ferner könnten die Kreditverträge beim Eintritt bestimmter anderer vertraglich vereinbarter Umstände mit sofortiger Wirkung zur Rückzahlung fällig gestellt werden. Ein Kündigungsrecht besteht ferner in bestimmten Fällen des Kontroll- oder Mehrheitserwerbs durch Dritte.

Neben der Aufnahme von Finanzmitteln bzw. Darlehen benötigt die Demag Cranes AG Avallinien, um Bietungs-, Anzahlungs- sowie Erfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften bzw. -garantien ausstellen zu lassen. Avale können sowohl im syndizierten Rahmenkredit innerhalb von Nebenkreditlinien als auch in bilateralen Avallinien gezogen werden. Das zentrale Ziel dieses Finanzierungsportfolios ist die Sicherung angemessener Kreditlinien, mit denen wir die benötigte Liquidität für branchenbedingte saisonale Schwankungen und für die weitere Geschäftsentwicklung bereitstellen.

Ergänzt wird die Finanzierung durch außerbilanzielle Operating-Leasing-Verträge beispielsweise im IT-Hardware-Bereich und hinsichtlich des PKW-Bestandes im Segment Services der deutschen Gesellschaften.

Die Finanzierung des Demag Cranes Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral. Nur falls Konzernfinanzierungen aufgrund von gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht vorteilhaft sind, werden in Einzelfällen lokale Finanzierungen verwendet. Darüber hinaus können bei Bedarf aus dem Rahmenkredit auch direkt Kreditlinien an die Tochtergesellschaften abgezweigt werden. Die Demag Cranes AG muss dies allerdings ausdrücklich genehmigen. Über ein zentrales Cash-Pooling werden Liquiditätsüberschüsse von Tochtergesellschaften kostengünstig im Konzern eingesetzt.

Im Risikobericht und im Konzernabschluss erläutern wir die Risiken aus der Finanzierung.

 

2 Konzern-Nettofinanzverbindlichkeiten, bereinigt um Anzahlungsgarantien (> 35 Mio. EUR).
3 Operatives Konzern-EBITDA, bereinigt um „non-Cash-Charges“ aus dem MSP-Programm.