Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Entwicklung der Weltwirtschaft1
Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich in den Jahren 2008 und 2009 stark abgekühlt. Die Krise an den internationalen Finanzmärkten hatte bereits mit dem Zusammenbruch des US-Subprime-Hypothekenmarkts im Jahr 2007 begonnen. Im Jahr 2008 hat sich die Finanzkrise deutlich verschärft und zu einer weltweiten Wirtschaftskrise entwickelt. Nachdem sich die Verwerfungen lange Zeit auf Liquiditätsengpässe an den Interbankenmärkten beschränkten, spitzte sich die Lage nach der Insolvenz einiger großer Finanzinstitute zu. Um einen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern, griff der Staat in nahezu allen Industrieländern und aufstrebenden Nationen durch großvolumige Rettungsmaßnahmen massiv ins Wirtschaftsgeschehen ein. Dennoch hinterließen die Turbulenzen auf den Finanzmärkten weltweit deutliche Spuren.
Für Unternehmen und private Haushalte verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen deutlich. Vermögensverluste und eingetrübte Ertragsaussichten wirkten zusätzlich belastend auf die wirtschaftliche Lage. Der im Rahmen des ifo World Economic Survey erhobene Indikator für das Weltwirtschaftsklima sank schon im ersten Geschäftsquartal 2008/2009 (Oktober bis Dezember 2008) auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Aufgrund der zunehmend eingetrübten Konjunkturaussichten fiel er im Anschluss für den Zeitraum Januar bis März 2009 auf einen historischen Tiefstand. Die Abkühlung des Weltwirtschaftsklimas betraf nicht nur die großen Wirtschaftsregionen Nordamerika, Westeuropa und Asien, sondern auch Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika. Während in Ländern wie den USA und dem Vereinigten Königreich hauptsächlich die Immobilien- und Finanzkrise belastend wirkte, litten die exportorientierten Volkswirtschaften Japan, China und Deutschland vornehmlich unter dem Nachfrageeinbruch im Ausland.
Zum Ende des Geschäftsjahres des Demag Cranes Konzerns – in den Sommermonaten 2009 – verlangsamte sich der Rückgang der Weltwirtschaft und es mehrten sich Stabilisierungstendenzen. In den USA ging der Lagerabbau in den Unternehmen zurück, die heimische Automobilindustrie wurde wieder angekurbelt. Der Composite Leading Indicator der OECD, der die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage für die Industriestaaten widerspiegelt, stieg im Juni 2009 auf 95,7 Punkte, der inzwischen vierte Anstieg in Folge. Dies ist nicht zuletzt auch das Ergebnis der umfangreichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Stützung und Wiederbelebung der Konjunktur. Trotz erster Stabilisierungstendenzen ist der Wirtschaftsabschwung noch nicht beendet: Zur Prognose der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lesen Sie bitte das Kapitel Prognosebericht.
Entwicklung der Wirtschaft im Euroraum
Auch die Wirtschaft im europäischen Währungsraum wurde durch die Krise stark in Mitleidenschaft gezogen: Nahezu alle Unternehmen spürten den Abschwung sehr deutlich, insbesondere nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008. Als Folge gingen die Unternehmensinvestitionen im Euroraum drastisch zurück und der Export schwächte sich erheblich ab. Seitens der Banken wurden die Kreditvergabebedingungen deutlich verschärft. Darüber hinaus gab es auch in einigen Euroländern, wie zum Beispiel Spanien und Großbritannien, eine deutliche Preiskorrektur an den Immobilienmärkten. Der globale Nachfragerückgang hat sein Übriges dazu getan, die Wirtschaft im Euroraum weiter abzuschwächen.
Auch die deutsche Wirtschaft litt immer stärker unter der Krise: Niedrige ifo-Geschäftsklimaindizes zum Jahresende 2008 und im ersten Quartal 2009 bildeten Entwicklungen wie einbrechende Auftragseingänge und Einführung von Kurzarbeit ab. In der Industrie wirkte sich vor allem die anhaltende Investitionsschwäche aus. Der globale Nachfragerückgang schwächte insbesondere das deutsche Exportgeschäft. Die wirtschaftliche Lage der ohnehin schon angeschlagenen deutschen Maschinenbauunternehmen hat sich insbesondere im Jahresverlauf weiter verschlechtert. Nach Angaben des Branchenverbands VDMA gingen die Bestelleingänge im Zeitraum Januar bis September 2009, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, real um 44 Prozent zurück. Zum Sommer hin zeigten sich auch im Euroraum erste Besserungstendenzen: Die Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor oder der von der EU-Kommission veröffentlichte Economic-Sentiment-Indikator sind wieder gestiegen. Auch die Zahlen im produzierenden Gewerbe sprechen für eine leichte Erholung. Die maßgeblichen Impulse für die Stabilisierung kamen zuletzt aus der Industrie, insbesondere aus dem Kraftfahrzeugbereich, der von den wirtschaftspolitischen Stützungsmaßnahmen im In- und Ausland profitierte.
Entwicklung an den Devisenmärkten
An den Devisenmärkten hat der US-Dollar Ende des Jahres 2008 gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen und erreichte Ende Oktober 2008 sein Jahreshoch von 1,23 US-Dollar je Euro. Dabei profitierte der US-Dollar von der immens gestiegenen Risikoaversion an den internationalen Märkten. Die immer größer werdende Unsicherheit trieb immer mehr Anleger in risikoarme Anlagen. Hierzu zählen insbesondere US-Staatsanleihen. Seit dem Frühjahr 2009 steht der Dollar gegenüber dem Euro wieder unter einem ausgeprägten Abwertungsdruck. Mit einem Umrechnungskurs von 1,48 US-Dollar je Euro am 22. September 2009 markierte der Dollar seinen bis dato tiefsten Stand im Jahr 2009. Für die Berichtsperiode vom 01. Oktober 2008 bis 30. September 2009 ergab sich ein Durchschnittskurs von 1,35 US-Dollar je Euro.
Entwicklung an den Rohstoffmärkten
Nach einem rasanten Anstieg bis Juli 2008 hat sich der Rohölpreis pro Barrel bis März 2009 stark rückläufig auf bis zu 45 US-Dollar pro Barrel entwickelt. Getrieben wurde der Abschwung primär durch die Finanzkrise und die damit verbundene rückläufige Weltnachfrage nach Rohöl. Zum Ende des Geschäftsjahres stieg der Ölpreis wieder an. Die Metallpreise haben sich laut Metallpreisindex von Oxford Economics im letzten Geschäftsjahr um 25–30 Prozentpunkte pro Quartal stark rückläufig entwickelt. Primär wurde diese Entwicklung durch den Preisverfall bei Eisenerz, Aluminium und Zink getrieben.
1 Quellen: Commerzbank, Economic Research „Konjunktur und Finanzmärkte, September/Oktober 2009“; Goldman Sachs, „Global Economics Analyst, September/October 2009“; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“, Monatsbericht September 2009.

