Gesamteinschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung und Prognoseerreichung im Geschäftsjahr
Das Geschäftsjahr 2008/2009 war von den negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. In diesem extrem schwierigen Umfeld entwickelte sich auch das Geschäft des Demag Cranes Konzerns rückläufig. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation hielten sich unsere Kunden bei der Projektvergabe mehr und mehr zurück und nahmen eine zunehmend abwartende Haltung ein. Die Kunden bestellten deutlich weniger Produkte und Dienstleistungen. Dies schlug sich in einem Rückgang des Auftragseingangs auf Konzernebene um 36,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nieder. Durch den hohen Auftragsbestand aus dem Rekordgeschäftsjahr 2007/2008 wurde die Reduzierung des Konzernumsatzes etwas abgemildert. Im Vorjahresvergleich ging der Umsatz um 14,5 Prozent zurück. Beim operativen Konzern-EBIT verzeichneten wir einen Rückgang von 137,5 Mio. EUR auf 67,6 Mio. EUR. Dies war im Wesentlichen bedingt durch die geringe Auslastung unserer Fabriken.
Der Demag Cranes Konzern hat bereits frühzeitig auf das Krisenszenario reagiert und nach einstimmigem Beschluss durch den Aufsichtsrat im Mai dieses Jahres die notwendigen Restrukturierungsschritte eingeleitet. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen werden wir primär die Fixkosten und Gewinnerreichungsschwellen nachhaltig senken und damit die Zukunftsfähigkeit des Konzerns sichern.
Nach einem zielorientierten und konstruktiven Verhandlungsprozess mit den Arbeitnehmervertretern des Betriebsrats konnten wir im Segment Hafentechnologie bereits im Juli 2009 ein Ergebnis über den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans erreichen. Die Verhandlungen in den anderen Geschäftsbereichen im Inland wurden am 23. Oktober 2009 erfolgreich beendet. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie im Nachtragsbericht.
Das am Ende des dritten Quartals gesetzte Umsatzziel von 1,0–1,1 Mrd. EUR für das Geschäftsjahr 2008/2009 haben wir mit einem Umsatz von 1.047,6 Mio. EUR erreicht. Mit einem operativen Konzern-EBIT von 67,6 Mio. EUR haben wir das Ziel sogar leicht übertroffen (Prognose Ende Q3: 55,0–65,0 Mio. EUR).
Im Segment Industriekrane haben wir im abgelaufenen Jahr von unserem soliden Auftragsbestand bei den Prozess- und Standardkranen aus dem Rekordgeschäftsjahr 2007/2008 profitiert. Insbesondere durch den starken Auftragsbestand konnten wir die Verringerung des Umsatzes gegenüber Vorjahr etwas abmildern. Der Auftragseingang für das Neugeschäft entwickelte sich demgegenüber, im Einklang mit dem allgemeinen Trend in der Maschinenbaubranche, schwach. Dies wird vor allem im nächsten Geschäftsjahr Folgen auf der Umsatzseite haben. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Investitionsbereitschaft unserer Kunden stark gedämpft. Insbesondere die Folgen der Unterauslastung unserer Fabriken wirkten sich negativ auf das Segmentergebnis aus. Diesen Effekt haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Abbau von Leiharbeitnehmern, Gleitzeitkonten und der Einführung von Kurzarbeit minimiert.
Im Segment Hafentechnologie spürten wir ebenfalls die deutliche Zurückhaltung unserer Kunden in Bezug auf Investitionsentscheidungen. Dies erforderte schon im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 erhebliche Kapazitätsanpassungen, die wir auch im Segment Hafentechnologie durch den Abbau von Leiharbeitnehmern, die Reduzierung von Gleitzeitkonten und die Einführung von Kurzarbeit gesteuert haben. Dennoch wirkte sich die starke Unterauslastung der Fabrik negativ auf das Segment-EBIT aus.
Im Segment Services litt insbesondere das margenstarke Ersatzteilgeschäft unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnten wir im Geschäftsjahr 2008/2009 eine operative Segment-EBIT-Marge von 20,2 Prozent generieren, die allerdings unterjährig Schwankungen unterlag. Im dritten Quartal 2008/2009 erzielten wir im Segment Services beispielsweise eine operative EBIT-Marge von 17,1 Prozent. Demgegenüber verbesserte sich die operative EBIT-Marge im vierten Quartal mit 21,5 Prozent wieder deutlich. Diese Schwankungen unterstreichen die Abhängigkeit des Ersatzteilgeschäfts von der Nutzung der Krane.
In Zeiten der Finanzkrise und möglicher Kreditengpässe sind eine solide Bilanz und stabile Finanzierungsstruktur wichtiger denn je. Der Demag Cranes Konzern verfügt über diese beiden Eigenschaften: Durch unseren konsequenten Fokus auf Cash- und Working-Capital-Management haben wir eine geringe Nettoverschuldung und einen positiven Free Cashflow erzielt. Mit unserer langfristig gesicherten Finanzierung bis zum Jahre 2011 sind wir darüber hinaus sehr gut aufgestellt.

