Unternehmensausblick für den Demag Cranes Konzern

Die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft sind derzeit von einer hohen Ungewissheit geprägt. Die Folgen des Konjunkturabschwungs sind noch nicht vollständig absehbar. Infolgedessen ist es zu diesem Zeitpunkt überaus schwierig vorauszusagen, welche Auswirkungen die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen weltweit auf die Geschäftsaussichten des Demag Cranes Konzerns haben werden.

Wir beabsichtigen auch im Geschäftsjahr 2009/2010 unsere Marktposition in den für uns relevanten Märkten weiter auszubauen. Allerdings ist davon auszugehen, dass wir auch im kommenden Geschäftsjahr die Kaufzurückhaltung unserer Kunden spüren werden. Diese Entwicklung wird sich zwangsläufig auf unseren Umsatz und den Ergebnisverlauf auswirken. Wir haben deshalb Gegenmaßnahmen eingeleitet: Mit unserem Restrukturierungsprogramm schaffen wir die Voraussetzung für die nachhaltige Sicherung des Konzerns durch Absenkung der Gewinnschwellen des Konzerns. Insgesamt zielen wir auf ein Einsparvolumen von bis zu 60 Mio. EUR. Allerdings wird sich der Ergebniseffekt noch nicht vollständig im Geschäftsjahr 2009/2010 einstellen, da einige Maßnahmen erst im Geschäftsjahr 2010/2011 umgesetzt werden. Insgesamt wird durch das Restrukturierungsprogramm eine deutliche Reduzierung der fixen und variablen Kosten in den beiden Geschäftssegmenten Industriekrane und Hafentechnologie angestrebt (siehe dazu auch den Segmentausblick zu Industriekrane und Hafentechnologie). Nach dem Abschluss der Verhandlungen werden nun auch die notwendigen Schritte zur Effizienzsteigerung in den Segmenten Industriekrane und Services eingeleitet. Darüber hinaus wird der Vorstand die bereits angekündigten Maßnahmen umsetzen, die gesamte Organisation weiter zu verzahnen und die Shared-Services-Bereiche wie z. B. IT, Personal oder Einkauf gruppeneinheitlich steuern. Mit diesem Restrukturierungsprogramm hat der Vorstand die Voraussetzungen geschaffen, den Konzern nicht nur durch die Krise zu führen, sondern auch wettbewerbsfähiger für die Zukunft zu machen.

Im Segment Industriekrane ist eine konkrete Prognose aufgrund der bereits zuvor beschriebenen stärkeren Abhängigkeit von Konjunkturzyklen kaum möglich. Aufgrund des spätzyklischen Charakters ist zu erwarten, dass eine deutliche Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage erst mit zeitlicher Verzögerung zu einer Belebung unseres Industriekrangeschäfts führen wird. Dies betrifft – wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen – sowohl die etablierten als auch die aufstrebenden Märkte und damit den kompletten Markt der Industriekrane. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir insbesondere von unserem starken Auftragsbuch profitiert. Per 30. September 2009 lag dieses jedoch 43,6 Prozent unter dem Vorjahr. Vor dem Hintergrund, dass kurzfristig keine deutliche und nachhaltige Umfeldverbesserung zu erwarten ist, haben wir mit der Umsetzung der bereits erwähnten Restrukturierungsmaßnahmen begonnen. Die im Wesentlichen durch Personalabbau erfolgende Anpassung der Kapazitäten wird zu Kosteneinsparungen und damit zu einer Absenkung der Gewinnerreichungsschwelle für das operative EBIT führen. Ferner werden wir nach der Restrukturierung in der Lage sein, unsere Kapazitäten flexibler auszugestalten. Damit wirken wir der unsicheren Marktlage und der Erwartungshaltung, dass die Krise noch länger dauern kann, entgegen.

Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Segment Hafentechnologie hängt unmittelbar von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab, da diese direkt mit dem Transportvolumen und der damit verbundenen Notwendigkeit für Umschlaggeräte korreliert. Wir erwarten, dass die Investitionstätigkeit wieder langsam ansteigt, jedoch mit moderaten Wachstumsraten. Wie sich Auftragseingang und Umsatz entwickeln werden, hängt daher auch von der Vergabeentscheidung bei diversen Hafengroßprojekten ab, die wir derzeit nicht absehen können. Die daher erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Anpassung der Kostenstrukturen an die erwarteten geringeren Marktvolumina wurden deshalb auch im Segment Hafentechnologie zeitig und umfassend eingeleitet und die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Durch Kosteneinsparungen sind wir daher auch in diesem Segment flexibler aufgestellt und können zukünftig Kapazitäten noch besser planen.

Im Segment Services werden wir weitere Fortschritte beim Ausbau der kundennahen weltweiten Präsenz erzielen. Ferner beabsichtigen wir weitere Effizienzsteigerungen bei allen Geschäftsprozessen zu realisieren und die Vertriebsaktivitäten weiter zu stärken. Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess wird wesentliche Impulse für profitables Wachstum geben. Das Geschäft mit Modernisierungen hat – genauso wie das Neugeschäft – in den vergangenen Monaten unter der mangelnden Investitionsbereitschaft der Kunden gelitten. Zukünftig kann aber von einer allmählich steigenden Nachfrage ausgegangen werden, wenn bei wieder zunehmender Produktion Anpassungen der technischen Anlagen erforderlich werden. Das Segment Services geht daher gestärkt in das neue Geschäftsjahr und wird die sich bietenden Chancen im Markt aktiv nutzen.

Zusammenfassend gehen wir heute davon aus, dass die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2009/2010 gegenüber dem Geschäftsjahr 2008/2009 rückläufig sein wird. Dies liegt nicht zuletzt an dem deutlich niedrigeren Auftragsbestand im Segment Industriekrane zum 01. Oktober 2009 – insbesondere bei den Prozess- und Standardkranen – als noch zu Beginn des Geschäftsjahres 2008/2009. Wir gehen davon aus, auch im Geschäftsjahr 2009/2010 eine operative Konzern-EBIT-Marge – abhängig von der Höhe des absoluten Umsatzniveaus – im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erreichen. Auch für das Geschäftsjahr 2010/2011 gehen wir davon aus – behaftet mit allen Unsicherheiten des Marktumfeldes –, dass der Konzern sich weiterhin behaupten wird.

Das Investitionsvolumen des Konzerns im Geschäftsjahr 2009/2010 wird sich – abhängig von der Umsatzentwicklung – voraussichtlich leicht oberhalb des Niveaus des Geschäftsjahrs 2008/2009 bewegen.

Durch die gute finanzielle Positionierung des Demag Cranes Konzerns können sich auch Chancen ergeben, mögliche finanzielle Probleme von Wettbewerbern zu nutzen bzw. aktiver am Konsolidierungsprozess teilzunehmen als in den vergangenen Jahren.

Da die negativen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und die bereits angefallenen Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2008/2009 stark belastet haben, sind Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008/2009 keine Dividende vorzuschlagen. Diese Entscheidung ist insbesondere vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen worden. Grundsätzlich sollen in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zukünftig wieder attraktive Dividenden ausgeschüttet werden.